Breitbandversorgung im Kreis Schleswig-Flensburg
Die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandnetzen zum schnellen Austausch von Informationen und Wissen ist zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Lücken sind insbesondere in den ländlichen Räumen zu finden. Diese umgehend zu schließen ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die Schaffung gleicher Lebensverhältnisse.
Schleswig-Holstein hat bereits 2006 frühzeitig ein Förderprogramm „Breitband“ aufgelegt. Weitere Aktivitäten sind in den letzten Jahren ergriffen worden. Am Mitte 2009 hat die Landesregierung beschlossen, einen im Frühjahr in Auftrag gegebenen Masterplan sowie die darin enthaltenen Handlungsempfehlungen als Grundlage für eine Breitbandstrategie der Landesregierung zu übernehmen und gleichzeitig Eckpunkte für eine solche Breitbandstrategie beschlossen. Die Finanzierung der angebotenen Förderungen erfolgt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes – (GAK)“, aus dem Kon-junkturpaket II des Bundes und aus EU-Konjunkturmittel. Insgesamt handelt es sich für Schleswig-Holstein um insgesamt 9,5 Mio. € für den Gesamtzeitraum 2008 – 2013, wobei die einzelnen Programme eine unterschiedliche Laufzeit haben. Nach Auskunft des Landes werden bei Bedarf weitere Mittel zur Verfügung gestellt, so dass ausreichend Fördermittel zur Verfügung stehen.
Der Kreis Schleswig-Flensburg hat ein hohes Interesse daran, dass das Kreisgebiet möglichst schnell eine flächendeckende Breitbandversorgung erhält. Dabei sollten das Augenmerk und evtl. ergänzende Aktivitäten des Kreises auf zukunftsfähige Technologien ausgerichtet sein, d. h., auf den Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes.
Informationen zu verfügbaren Techniken
Aktuelle Entwicklungen im Bereich Breitbandversorgung im Kreis Schleswig-Flensburg
Die AktivRegion Schlei-Ostsee hat Mitte 2008 ein Breitbandprojekt gestartet, dass Mitte Mai 2009 abgeschlossen wurde. Im Rahmen einer Bestandsaufnahme wurde die gesamte AktivRegion begutachtet und erfasst. Verfügbarkeiten wurden ermittelt und Bedarfe analysiert. Anschließend wurden technische Umsetzungsvorschläge erarbeitet und ein Leitfaden erstellt, welcher Gemeinden bei der Beantragung einer Breitbandförderung unterstützen soll. Für das Amt Süderbrarup liegen ausgearbeitete Ausbauvorschläge vor. Für die übrigen Ämter der AktivRegion läuft derzeit in einer zweiten Projektphase, nach Abschluss der Bestandsanalyse aus Phase 1, die Erarbeitung von gemeindespezifischen Ausbauvorschlägen.
Die Ämter Langballig, Hürup und Mittelangeln haben ebenfalls einen Gutachter beauftragt, der für alle 19 Gemeinden der Ämter ein Gutachten mit vergleichbarem Inhalt wie in der AktivRegion Schlei-Ostsee erstellt hat. Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung werden derzeit Interessenten für den Aufbau einer Breitbandversor-gung gesucht.
Gleiches gilt für die Ämter Kropp-Stapelholm und Arensharde, für die fertige Bestandsanalysen inklusive Ausbauvorschlägen vorliegen. Erste Gemeinden dieser Ämter beginnen mit der Ausschreibung der Ausbaumaßnahmen.
Die WiREG ist in den verbleibenden Bereichen an die einzelnen Ämter herangetreten und hat erfolgreich für die Erstellung von Gutachten geworben. Im April haben die Ämter Handewitt, Eggebek, Oeversee und Schafflund sowie die Gemeinde Harrislee und die Stadt Glücksburg gemeinsam die Erstellung eines Gutachtens ausgeschrieben und anschließend einen Auftrag vergeben. Die Bestandserfassung in den Ämtern durch den Gutachter ist gelaufen, eine Berichtspräsentation liegt vor.
Somit liegen zu jedem Amt im Kreisgebiet Gutachten zur Bestands- und Bedarfssituation vor. Der aktuelle technische Bestand an Breitbandinfrastruktur, der Bedarf in der Region und die daraus resultierende aktuelle Versorgungssituation sind somit kreisweit bekannt. Zusätzlich gibt es Ausbauvorschläge. Der erste Schritt des Schleswig-Holsteinischen Breitband-Masterplans ist damit im Kreisgebiet bearbeitet.
Der Anfang Januar 2009 geschlossene Kooperationsvertrag zwischen Netzbetrei-bern, vermittelt durch die Landesregierung, hat als Ergebnis einen Glasfaser-Atlas (Backbone-Atlas) geschaffen, in dem alle bestehenden LWL-Breitbandnetze in Schleswig-Holstein und deren Betreiber erfasst werden. Diese Daten stehen zur Verfügung und komplettieren die Erkenntnisse aus den einzelnen Gutachten.
