Industriebeschäftigung

Flensburg und Schleswig-Flensburg entwickeln sich gegen den Bundestrend

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann Stiftung zeigt: Seit 2019 ist die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe bundesweit rückläufig. Innerhalb von fünf Jahren gingen rund 270.000 Industriearbeitsplätze verloren. Ursache sind laut Studie vor allem ausbleibende Neueinstellungen und nicht nachbesetzte Stellen – nicht Massenentlassungen.

Umso erfreulicher ist die Entwicklung in unserer Region:

📍 Kreis Schleswig-Flensburg: +29,8 % Industriebeschäftigung (2019–2024)

📍 Stadt Flensburg: +6,0 % Industriebeschäftigung (2019–2024)

Während die Industriebeschäftigung bundesweit im gleichen Zeitraum um 3,7 % zurückging, wachsen Flensburg und Schleswig-Flensburg deutlich gegen den Trend.

Auch innerhalb Schleswig-Holsteins sticht unsere Region hervor. In sieben der 15 Kreise und kreisfreien Städte ist die Industriebeschäftigung gesunken, darunter Pinneberg (-8,4 %), Neumünster (-7,3 %) und Dithmarschen (-5,9 %).

Zwar liegt der Industrieanteil an der Gesamtbeschäftigung in unserer Region weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt, doch die Entwicklung zeigt klar nach oben:

  • Kreis Schleswig-Flensburg: von 11,7 % (2014) auf 12,7 % (2024)
  • Stadt Flensburg: von 9,9 % (2014) auf 11,5 % (2024)

Als Wirtschaftsförderung für die Stadt Flensburg und den Kreis Schleswig-Flensburg erleben wir diese positive Entwicklung täglich im Austausch mit den Unternehmen vor Ort. Besonders erfreulich ist, dass derzeit weitere Wachstumsimpulse aus dem metallverarbeitenden Gewerbe ausgehen. Die steigende Arbeits- und Fachkräftenachfrage in diesem Bereich spricht dafür, dass in den kommenden Jahren mit zusätzlichem Beschäftigungswachstum in unserer Region zu rechnen ist.

Das ist umso bemerkenswerter, als die aktuelle bundesweite Entwicklung – insbesondere in Teilen der Automobilindustrie und bei vielen Zulieferunternehmen – von Unsicherheit, Anpassungsdruck und Beschäftigungsabbau geprägt ist. Unsere Region zeigt damit, dass industrielle Entwicklung auch unter schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen möglich ist.

Heißt das, dass bereits alles perfekt läuft? Nein. Die benötigten Arbeits- und Fachkräfte kommen nicht automatisch in unsere Region. Deshalb bleibt es eine zentrale Aufgabe, Flensburg und Schleswig-Flensburg als attraktiven Arbeits- und Lebensstandort weiterzuentwickeln, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten sowie Unternehmen bei Wachstum und Innovation zu unterstützen.

Ebenso wichtig ist es, die Standortbedingungen kontinuierlich zu verbessern und insbesondere ausreichend Gewerbe- und Industrieflächen vorzuhalten, damit bestehende Unternehmen expandieren und neue Betriebe sich ansiedeln können.

Unser Ziel bleibt daher klar: die industrielle Basis unserer Region stärken, gute Rahmenbedingungen schaffen und die positive Entwicklung nachhaltig fortsetzen.

Zur gesamten Studie: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/entwicklung-der-industriebeschaeftigung

Karte der Industriebeschäftigung im Bundestrend, Quelle Bertelsmannstudie